WAS ICH Häufig gEFRAGT WERDE:
Zum Trauma wird ein Ereignis, wenn es unsere Schutzhülle verletzt und uns mit einem Gefühl der Überwältigung und Hilflosigkeit zurücklässt.
Traumatisierende Erlebnisse haben vielerlei Gestalt. Verkehrsunfälle, Stürze, Operationen, schwere Krankheiten, Verletzungen, der Verlust eines nahen Menschen, Vernachlässigung in der Kindheit oder pränatale Bedrohung im Mutterleib gehören genauso dazu wie Krieg, Naturkatastrophen oder sexualisierte Gewalt.
Auch scheinbar gewöhnliche Ereignisse wie medizinische Behandlungen, ein Hundebiss, das Miterleben von Gewalt im Fernsehen können traumatisieren.
Und eben auch Geburten...
Die Biologie des Traumas
Grundsätzlich stehen uns bei Gefahr drei angeborene Überlebensstrategien zur Verfügung: Flucht, Kampf oder Erstarrung. Können wir fliehen oder uns erfolgreich verteidigen, stellt sich im Organismus danach meist das natürliche Gleichgewicht wieder ein.
Wenn Kampf oder Flucht keine sinnvolle Alternative darstellt, erstarren wir vor Schreck. Das passiert zum Beispiel, wenn wir uns einem riesigen zähnefletschenden Hund gegenüber sehen.
Wenn wir die in dieser bedrohlichen Situation mobilisierte Energie später nicht irgendwie entladen können, z.B. von uns abschütteln, bleibt sie im Nervensystem gefangen. Wir sind weiterhin im Alarmzustand und entwickeln z.B. Angst vor Hunden. Diese im Nervensystem gebundene Überlebensenergie nennen wir Trauma.
Wie eine Geburt verläuft lässt sich einfach nicht planen.
Wir haben Vorstellungen im Kopf und dann kommt plötzlich doch alles anders.
Du kannst Dich noch so gut darauf vorbereiten, Hypnobirthing - Kurse besuchen, hast einen wirklich guten Geburtsvorbereitungskurs besucht und weisst echt Bescheid und fühlst Dich mega vorbereitet.
Und doch kann die Natur einfach einen ganz eigenen Weg gehen.
Auch der Ort kann Dir nie die 100% Sicherheit für Traumgeburt geben.
Und dann sind da auch noch wir selbst, mit unseren eigenen Erlebnissen aus der Vergangenheit unserer psychischen Stabilität, unserem ganz eigenen Umgang mit Schmerz und Grenzerlebnissen.
Viele Frauen fühlen sich während einer Geburt ausgeliefert, handlungsunfähig, überwältigt oder erleben einen Kontrollverlust, besonders dann, wenn die Geburt einen lebensbedrohlichen Verlauf nimmt.
Aber auch unbedachte Kommentare der Geburtshelfer können in solch einem sensiblen Moment sehr tiefe Spuren hinterlassen.